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Mindful coffee time: Mein geliebter und gehasster Kaffee

Ich liebe Kaffee. Ich liebe seinen Duft, seinen Geschmack und vor allem das Ritual des Kaffeetrinkens. Wenn ich mir zu Hause einen schönen Cappuccino mache, was eigentlich nur am Wochenende der Fall ist, dann bedeutet das für mich einen Moment der Ruhe und Achtsamkeit.

 

Ich schäume mir meine Milch auf, wähle mir die Kapsel je nach Laune aus, lasse den Kaffee in meiner Nespresso Maschine durchlaufen während ich den Duft schon durch die Nase einsauge und am Ende veredle ich ihn gerne noch mit etwas Zimt. Danach mach ich es mir gerne am Tisch oder auf dem Sofa gemütlich und lese oder schreibe etwas. Auch im Café mit Freunden oder meinem Mann ist dieser Kaffee-Moment immer etwas ganz besonderes. Man bekommt mit Vorfreude sein Getränk serviert, wärmt sich im Winter gerne kurz die Hände und nimmt dann den ersten Schluck, voller Vorfreude wie dieser unbekannte Kaffee nun unseren Gaumen schmeicheln wird.

 

Ich hasse Kaffee. Manchmal schon nach ein paar Schlucken, manchmal erst nachdem ich die ganze Tasse leer getrunken habe. Ich habe leider einen sehr empfindlichen Magen (seit ca. 2 Jahren) und gerne wird es mir nach Kaffee mal flau im Magen oder sogar übel. Wann das passiert ist leider unvorhersehbar und ich hab schon die verschiedensten Theorien getestet (erst nach dem Frühstück, nur 1 Kaffee am Tag, mit viel Milch, ohne Milch) aber leider passiert es immer wieder, so wie letzten Sonntag, als ich mit meinem Mann im Café saß. 20 Minuten reiner Genuss gefolgt von 30 Minuten Übelkeit und Magendrücken.

 

Wieso ich ihn immer noch trinke? Ich weiss es nicht. Nicht sehr mindful ist das auf jeden Fall. Es ist wohl eine Mischung aus Liebe, Abhängigkeit und Routine. Mit einem Tee (auch wenn ich Tee sehr gerne und oft trinke), kommt bei mir nicht das gleiche Gefühl auf wie mit einem Kaffee. Heute habe ich mich mal auf die Suche nach Informationen gemacht um mehr über Kaffee zu erfahren und vielleicht für mich eine bessere Beziehung mit meinem Geliebten herzustellen.

 

 

1. Was gibt es eigentlich für verschiedene Kaffees?

 

Es gibt im Prinzip zwei Kaffeesorten: Arabica und Robusta. Robusta wird oft für Espresso verwendet da er stärker und dunkler ist und die berühmte Crema bildet. Arabica ist milder da der Anbau länger dauert. Er wird oft im Hochland angebaut und von Hand geerntet. Arabica gilt als qualitativ hochwertiger und hat scheinbar einen geringeren Säure und Koffeingehalt. Jackpot. Das muss ich sofort ausprobieren.

 

2. Ist Bio und Fair Trade Kaffee besser?

 

Normaler Kaffee entsteht teilweise unter fragwürdigen Bedingungen. Obwohl die Arbeit langwierig und schwer ist, wird oft nicht fair bezahlt. Hier haben die grossen Konzerne die Macht und drücken den Preis wo es nur geht. Fair Trade Kaffee soll dem entgegenwirken. Leider habe ich aber auch Hinweise darauf gefunden, dass dies nicht immer der Fall ist und teilweise bei Fairtrade Kaffee schlechterer Kaffee verkauft wird. Das liegt mit dem festen Preis bei Fair Trade zusammen. Ein Bauer bekommt also für Fair Trade Kaffee einen fixen Preis und auf dem freien Markt teilweise einen höheren. Hat er nun guten und schlechten Kaffee, spart er den besseren für den freien Markt auf. Dies finde ich leider nicht im Sinne von Fair Trade aber ganz ehrlich – wie können wir von hier in Europa sonst die Bedingungen auf den Kaffeeplantagen überprüfen? Wenn wir den Kaffee kaufen sagt uns doch keiner was da genau geschehen ist und wie der tatsächlich zu uns kam.

 

Bio ist nicht gleich Fair Trade – Bio heisst, der Kaffee wird biologisch und ökologisch vorteilhaft angebaut und auf giftige Chemikalien (für den Konsumenten aber auch den Plantagenarbeiter) verzichtet.

 

Am besten also Bio UND Fair Trade.

 

3. Ist Kaffee oder Espresso besser?

 

Man sagt ja Espresso wäre Magenschonender. Dies hängt mit der längeren Röstung zusammen, bei der die Gerbsäure (Chlorogensäure) reduziert wird. Wenn aber nun hierfür Robusta verwendet wird – hebt sich das nicht wieder auf? Eine Frage auf die ich keine Antwort gefunden habe.

 

4. Ist Kaffee krebserregend?

 

Über Kaffee gibt es viele Theorien. Es soll gesund sein weil er antioxidantisch wirkt, soll Herzbeschwerden vorbeugen oder auch krebserregend sein. Die Forschung ändert hier alle paar Jahr ihre Meinung. Acrylamid ist der bösartige Stoff, der krebserregend ist. Das ist der gleiche Stoff, der zum Beispiel bei den Pommes Frittes auch der Übeltäter ist. Es entsteht, wenn Lebensmittel zu heiss (über 170 Grad) erhitzt werden. Das kann vor allem bei industriell geröstetem Kaffee passieren, da kurzes und heißes Rösten günstiger ist als langsames. Es gibt in Europa eine Obergrenze für Acylamid in Kaffees, ich habe aber Testberichte gefunden, in denen in einigen bekannten Sorten die Grenze überschritte wurde. Grundsätzlich ist hier auch Arabica wieder die bessere Wahl, da Arabica Kaffee um einiges weniger Acrylamid enthält als Robusta. Wenn man nun ein Espresso Liebhaber ist, macht das nichts, denn man trinkt ja vom Espresso viel weniger und kommt daher auch nicht mit Robusta Espresso auf eine gefährliche Marke.

 

Was zudem noch spannend ist im Bezug auf Krebs ist die Tatsache dass generell alle Getränke über 65 Grad das Risiko für Speiseröhrenkrebs steigern. Kaffee also lieber kühler trinken!

 

 

5. Kann man auf Kaffee allergisch sein?

 

Es gibt tatsächlich eine Unverträglichkeit für Kaffee. Entweder für Kaffee im Speziellen oder für Koffein. Zweiteres heisst, dass man auch auf Tee mit Koffein oder Cola empfindlich reagiert.

 

Hat man so eine Unverträglichkeit, kann es zu Zittern, Übelkeit oder Schwitzen kommen. Interessanterweise kann dies durch bestimmte Hormoneinflüsse oder sogar die Blutgruppe verstärkt werden. In der zweiten Zyklushälfte sollte man bei Empfindlichkeit lieber auf Kaffee verzichten oder reduzieren und Menschen mit Blutgruppe 0 (wie ich) sollten ihn auch meiden, da wir eh schon sehr viel Magensäure haben und dies durch Kaffee natürlich nicht verbessert wird.

 

Das war mir total neu und lässt mich doch wieder den Kaffeegenuss im Allgemeinen überdenken.

 

6. Was gibt es für Alternativen, wenn ich Kaffee einfach nicht so gut vertrage?

 

Also eine Alternative wäre einfach den Kaffee sein zu lassen. Leider hab ich das bisher noch nicht geschafft. Wobei ich sonst einen recht starken Willen habe und auch einfach vor 5 Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe! Aber mit dem Kaffee fällt es mir echt schwer! Ich denke aber dran, mal ein Detox zu machen. Das ist auf jeden Fall einen Versuch wert und ich werde davon berichten.

 

Nun bin ich aber noch auf eine andere Alternative gestossen (zum Glück): Lupinenkaffee.

 

Was sind Lupinen? Das hab ich mich auch gefragt. 

Hier seht ihr ein schönes Bild von Lupinen. Was ich daran spannend finde, ist, dass Lupinen Hülsenfrüchte sind und daher geröstet und gemahlen werden. Das soll dem Kaffeegeschmack sehr nahe kommen. Ich habe auch schon mal Getreidekaffee bei meinen Schwiegereltern probiert aber das war nichts für mich! Den bestelle ich mir mal und teile meine Erfahrungen gerne. Falls er mir nicht schmeckt, gibt es erstmal einen Kaffee Detox! 

 

Eine letzte Anmerkung zum „hippen“ Kaffee-Konsum möchte ich noch machen. Tut etwas Gutes für euch und für unsere Umwelt und kauft keinen Kaffee to go im Becher. Auch wenn er aussieht wie aus Pappe, ist dort immer Plastik mit drin damit er nicht aufweicht und auch der Deckel ist aus Plastik. Zudem gibt es immer noch Farbe die drauf gedruckt wurde. Mit der Hitze trinken wir das mit und tragen nicht unerheblich zur Müllproduktion bei. Holt euch einen wiederverwendbaren to go Becher oder geniesst den Kaffee im Sitzen – mindful coffee time sozusagen :) 

UPDATE

 

 

 

Der Lupinenkaffee ist heute angekommen....erstmal riecht er köstlich!! Ich muss sagen er schmeckt auch recht gut, nicht ganz wie Kaffee aber auf jeden Fall nicht schlecht. Die Zubereitung ging einfach in der French Press, in 4 Minuten war er fertig. Leider hat mein Milchschaum gar nicht darauf gehalten aber der Geschmack war gut. Sehr lecker ist er mit etwas Zimt & Kardamom verfeinert. Ich denke daran könnte ich mich gewöhnen und falls nicht, dann gewöhne ich mir damit vielleicht den Kaffee ab!

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