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Traditionelle Chinesische Medizin - TCM

Wie meine Reise zu achtsamem Essen begann und was ich in dieser Zeit über Ernährung nach TCM & den 5 Elementen gelernt habe, findest du in diesem Artikel. 

 

Meine Reise begann vor ein paar Jahren mit einer Magenentzündung, die durch viele Jahre unvorsichtigen Essens hervorgerufen wurde. Seit ich im Teenageralter war, hat sich bei mir viel ums Essen gedreht. Ich habe zig verschiedene Ernährungsstile mitgemacht, von Glyx über basisch über Atkinson über Volumetrix zu low carb. Das Thema hat mich immer fasziniert und es war mir immer schon wichtig, eine schlanke Linie zu halten. Die letzten Jahre sah meine Ernährung in etwa so aus: Kein Frühstück, am ca. 11h grossen Hunger, mittags in der Arbeit Salat und Abends Fisch oder Fleisch mit Gemüse. Dazu viel Kaffee und am Wochenende gab es dann meist einen Tag etwas ungesundes wie Pizza oder Kebab da die Gelüste immer da waren. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, was meinem Körper gut tut, es ging eher darum schön schlank zu bleiben. 

 

Vor fast 2 Jahren hat mein Körper mit dann einen Strich durch die Rechnung gemacht, was ich heute als grosses Glück bezeichne. Ich habe eine Magenschleimhautentzündung bekommen und konnte all diese Sachen gar nicht mehr gut vertragen. Zunächst habe ich versucht mit Tabletten vom Arzt die Krankheit auszuheilen aber sobald ich sie weggelassen habe kamen die Schmerzen wieder. Ich musste also meine Ernährung anschauen und daran fundamental was ändern. Ich habe zunächst selbst getestet was mir eigentlich gut tut und siehe da, es waren oft Dinge, die ich davor nie gegessen habe. Kartoffeln oder Reis schien mein Magen richtig zu mögen, viel Fleisch oder Salat gar nicht. 

 

Nach einiger Zeit an Selbstversuchen bin ich auf Ernährung nach Traditioneller Chinesischer Medizin gestossen, die auch Ernährung nach den 5 Elementen genannt wird. Ich war fasziniert davon, da eigentlich alles erlaubt ist, es aber ums ausgewogene Essen geht. Auch der ganzheitlich medizinische Ansatz gefiel mit, da ich auch überzeugt bin, dass meine Magenprobleme nicht nur von der Ernährung kamen sondern sicher auch von Stress, den ich mir gerne gemacht habe. Schon in meinem Psychologiestudium hat mich das Zusammenspiel von Körper und Geist fasziniert, ich habe dieses Interesse dann aber leider im Berufsalltag komplett vergessen. Was ich in dieser Zeit über TCM erfahren habe, möchte ich gerne mit dir teilen. Ich bin heute nicht mehr nur Verfechter dieser einen Art der Ernährung aber es war für mich ein wichtiger Meilenstein und ich habe mir die Punkte rausgesucht, die für mich passen und diese in mein Leben integriert. 

 

Yin, Yang und Qi

 

Laut TCM sind Yin und Yang die zwei gegensätzlichen Kräfte in uns und in unserem Körper. Jeder von uns hat Yin und Yang in sich. Jedes Organ hat beide Anteile, das Herz zum Beispiel hat 90% Yang und 10% Yin. Insgesamt sollen diese ausgeglichen sein, dann sind wir in Harmonie. Yin verkörpert die Kälte, die Dunkelheit, Yang die Wärme, die Helligkeit. Yin und Yang gemeinsam formen Qi, unsere Lebensenergie. Essentiell geht es bei TCM immer darum, dass Qi fliessen kann. Kann es das nicht, liegt das an Blockaden oder Ungleichgewicht von Yin und Yang, Wir sind natürlich nicht alle genau 50% Yin und 50% Yang, jeder von uns ist verschieden und je mehr man zum Beispiel Yin ist, umso mehr sollte man dies mit Yang ausgleichen um in Balance zu leben. 

 

Verschieden Typen und Jahreszeiten

 

Wie gerade erwähnt, ist jeder von uns ist verschieden, daher ist auch die passende Ernährung nicht für jeden gleich. Grundsätzlich wird zwischen zwei Typen unterschieden:

 

 

Yin Typen sind eher schwacher, blasser, eher kühl, feingliedrig, unsicher, ängstlich.

 

Yang Typen sind feurig, laut, explosiv, ungeduldig, warm

 

 

Natürlich ist man nie nur entweder das Eine oder das Andere aber man kann eher einem als dem anderen Typen entsprechen. Dies kann sich auch im Laufe des Lebens ändern oder sogar innerhalb eines Zyklus bei einer Frau, daher kann man seine Nahrung immer wieder anpassen. 

 

Yin Typen brauchen wärmende Nahrung, würzige Zubereitung, vorwiegend gekochte Speisen und gerne Fleisch. Alles was den kühlen Yin Typ anheizt sozusagen und ihn mehr wärmt. Yang Typen eher kühlende und frische Nahrung, Rohkost, mild zubereitet, wenig Fleisch. Dieser Typ hat von Grund auf viel Hitze in sich und braucht eher kühlende Lebensmittel, um diese Wärme auszugleichen. Wichtig zu sagen ist aber, dass zu viel Rohkost generell nicht als gut gesehen wird, Yang Typen vertragen sie einfach besser.

 

 

Grundsätzlich herrscht im Winter und in kalten Jahreszeiten eher Yin vor und da können auch Yang Typen wärmende Lebensmittel zu sich nehmen, damit ihr Typ nicht aus dem Gleichgewicht kommt. Yin Typen müssen noch mehr aufpassen, nicht zu kühl zu werden, damit nicht schnell Krankheiten auftauchen.

 

Im Sommer herrscht Yang vor, Yang Typen müssen ihre Hitze ausgleichen und vorwiegend kühlende Lebensmittel zu sich nehmen, Yin Typen können vielleicht eher auch mal zu Rohkost wie Salat greifen. Man sollte nicht nur entweder Yin oder Yang Ernährung wählen sondern auch immer schauen, wie es einem gerade geht, auf was man Lust hat und wie man sich an diesem Tag fühlt.

 

 

5 Elemente

 

In TCM Ernährung dreht sich viel um die 5 Elemente: Holz, Feuer, Erde, Metall & Wasser. Diesen ist je ein spezifischer Geschmack und eine Farbe zugeordnet und jeweils ein Organ.

 

1.Holz

 

Geschmack: sauer

Organ: Primär: Leber Sekundär: Gallenblase

Farbe: Grün

 

2.Feuer

 

Geschmack: bitter

Organ: Primär: Herz Sekundär: Dünndarm

Farbe: Rot

 

 

3.Erde

 

Geschmack: süss

Organ: Primär: Bauchspeicheldrüse Sekundär: Magen

Farbe: Gelb

 

4. Metall

 

Geschmack: scharf

Organ: Primär: Lunge Sekundär: Dickdarm

Farbe: Weiss

 

 

5.Wasser

 

Geschmack: salzig

Organ: Primär: Niere Sekundär: Blase

Farbe: Schwarz

 

 

Jedes Lebensmittel, das man isst, nährt laut TCM ein bestimmtes Organ. Nehmen wir Grapefruit, sie ist rot und bitter und nährt das Herz und den Dünndarm. Ein Produkt kann auch mehrere Organe von verschiedenen Elementen nähren, zum Beispiel Tomate: sauer und rot, nährt Leber, Gallenblase und Herz, Dünndarm.

 

Alle Organe sollten in Balance sein und gleich viel Energie erhalten. Teilweise sind wir aber ausser Balance und müssen ein Organ mehr stärken. Habt ihr nicht auch schon mal Lust auf ein bestimmtes Lebensmittel gehabt? Oft ist das unser Körper, der uns damit sagen will was er gerade braucht. Man kann andersherum aber auch zu viel für ein Organ essen. Sicher habt ihr schon gehört, dass man bei Husten / Schleim auf Milchprodukte verzichten sollte. Milchprodukte = weiss -> Lunge. Zu viele Milchprodukte können also in dieser Situation auch Krankheiten verschlimmern. 

 

 

Generell zu meiden:

 

Einige Dinge werden bei TCM grundsätzlich nicht empfohlen, weil sie dem Körper schaden oder toxisch wirken. 

 

1. Zum einen wird bei TCM die Mikrowelle überhaupt nicht genutzt, da diese die Nährstoffe abtötet. Das ist aber mittlerweile auch in anderen Ernährungsformen bekannt :)

 

2. Folgende Lebensmittelkombinationen sollte man komplett meiden, da sie toxisch auf den Körper wirken:

 

- Käse und Fisch

 

- Sahne und Fisch (eigentlich alle Milchprodukte und Fisch)

 

- Fisch mit süsser Nachspeise

 

- Kaffee mit Milchprodukten

 

- Milchprodukte mit Zitrusfrüchten / Früchtetee

 

- Kuchen mit Weizenbier (wobei wer konsumiert das gemeinsam??)

 

 

 

Generelle Empfehlungen

 

1. Wichtig ist es bei der Ernährung nach TCM, immer frische und regionale Produkte zu verwenden. Man nimmt sich Zeit bei der Zubereitung und auch beim Verspeisen. Gut kauen, in einer angenehmen Atmosphäre essen, all dies gehört zu einer guten Ernährung dazu (achtsames Essen!).

 

2. Man sollte wenn möglich das Essen warm beginnen, um "den Ofen anzuheizen". Am besten auch schon am Morgen, wie mit einem warmen Porridge oder Rührei wer das lieber mag. Man sollte nie das Essen kalt beenden, wie mit Eis oder kaltem Obst, das behindert die Verdauung. Das Gleiche gilt für kalte Getränke zum Essen. 

 

3. Balance ist alles. Man muss sich nicht immer gesund und vernünftig ernähren, auch Sündigen ist erlaubt - dies aber ohne schlechtes Gewissen sondern mit achtsamem Genuss. 

 

 

Das war natürlich nur eine kleine Einführung in ein sehr umfassendes Thema aber ich verlinke unten ein paar weiterführende Tips. Entscheidend bei dieser Ernährung war für mich, dass jeder Mensch verschieden ist und nicht das Gleiche gut verträgt. Ausserdem soll das Essen uns nähren und wir können es erst nur dann richtig verarbeiten, wenn wir es mit Liebe und Achtsamkeit zubereiten und verspeisen. Wenn du nur das mitnimmst, ist es schon ein grosser Schritt in Richtung guter Ernährung für deinen Körper, Geist und deine Seele.

 

 

 

Alles Liebe - deine Kristina

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Kristina von Fuchs

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