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Podcast #18 Die Wissenschaft vom Glück 3 - Beziehungen, Sinn und Ziele

Gute Beziehungen tragen erheblich zu unserem Glück, Wohlbefinden und unserer Lebenszufriedenheit bei. Logisch soweit oder?

 

Was meinst du, wenn ich dir sage gerade auch schwierige Beziehungen tragen dauerhaft sogar noch mehr dazu bei? Ha, so ist es aber. Ich erkläre dir im heutigen Artikel gerne wieso das so ist. Was Sinn damit noch zu tun hat, wieso Menschen Kinder bekommen obwohl der Job als Mama und Papa nicht immer einfach ist und was ein Hinzu Ziel ist. Du bekommst auch wieder 2 praktische Übungen an die Hand. Viel Spass beim Lesen :) Und wenn du lieber hören willst und das ganze noch etwas ausführlicher, dann höre dir gerne den Podcast zur Folge an.

 

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R- Relations - Beziehungen

 

Die 3. Dimension, die laut dem PERMA Modell unser Wohlbefinden steigert, sind unsere Beziehungen. Wir sind soziale Menschen, wir brauchen unsere Mitmenschen und können alleine nicht überleben. Es gibt sogar Theorien, die sagen, dass unser so grosses Gehirn nur dazu da ist, um soziale Probleme zu lösen. Den ganzen lieben langen Tag sind wir in Beziehungen, nicht nur in Beziehungen zu unserem Partner und Freunden sondern zu jedem Menschen dem wir begegnen stehen wir irgendwie in Beziehung. Und diese alle gilt es zu meistern, man muss so kommunizieren, damit niemand verletzt wird, man muss andere überzeugen oder möchte andere zum Lachen bringen. All dies verlangt eine enorme Anstrengung unseres Gehirns um alle Möglichkeiten und Eventualitäten abzuwägen und hypothetischen Szenarien durchzuspielen.

 

Das passiert bei uns im präfrontalen Kortex, den wir besitzen, er ist eine sog.  „Beziehungs-Simulations-Maschine“.

 

Wie wirken sich nun Beziehungen auf unser Wohlbefinden aus? Zum einen ist es glaube ich jedem klar, dass gute Beziehungen uns glücklicher machen können und unser Leben bereichern. Es heisst aber auch, dass die alleinige Tatsache, in Beziehung zu anderen Menschen zu stehen, unser Wohlbefinden steigern. Das heisst nicht nun möglich viele Freunde zu haben sondern es reicht, ein paar enge Beziehungen zu haben. Auch wenn diese Beziehungen mal schwierig oder herausfordernd sind, denke ich dass sie uns extrem im Leben weiterbringen. Denn gerade diese Momente lassen uns wachsen, fordern uns auf, uns mit uns selbst zu beschäftigen und im Leben weiterzukommen. Ich mit mir alleine in der Höhle kann zwar da sitzen und den ganzen Tag meditieren, ich denke aber wahrer Wachstum entsteht durch zwischenmenschliche „Reibung“.

 

 

M - Meaning - Sinnerleben

 

Ein weiterer wichtiger Faktor für mehr Lebensglück und Zufriedenheit ist das Sinnerleben, das wir haben. Falls du schon mal das Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor Frankl gelesen hast, dann weißt du, wie wichtig ein Sinn für uns sein kann. Er beschreibt in diesem Buch seine Erfahrungen im Konzentrationslager und erklärt, dass selbst unter wahnsinnig schwierigen Umständen wie diesem ein Sinn unglaublich wichtig ist. Er meint, dass die Häftlinge, die einen Sinn hatten, also zB jemanden der zu Hause auf sie wartet, dieses schlimme Erlebnis viel besser meistern konnten. Er hat dies selbst am eigenen Leib erlebt, da sein Sinn war, nach dem Aufenthalt im KZ Vorlesungen über seine Erkenntnisse zu geben. Und seine Meinung ist, dass dieser Sinn ihm geholfen hat, überhaupt dort den Willen zum Überleben zu finden. Vielleicht kennst du auch den schönen Spruch: "Wer ein gutes WARUM hat, kann jedes WIE überstehen".

 

Früher hiess es oft, der Mensch sei rein egoistisch getrieben und sein einziges Ziel sei das eigene Glücksempfinden und Überleben. Aber wenn das so stimmt, dann würden zum Beispiel Eltern keine Kinder bekommen, denn diese sind laut Studien im Durchschnitt weniger glücklich (hier meine ich das Glücksgefühl) als Menschen ohne Kinder. Sie haben aber ein Sinnerleben, das zu Wohlbefinden beiträgt. Und das ist gut so, denn sonst würde es schon keine Menschen mehr geben ☺ Dieses Beispiel und auch das Thema Altruismus, also jemandem zu helfen ohne etwas zurückzufordern, zeigen, dass wir Menschen nach Sinn im Leben suchen. Und wenn wir diesen spüren, können wir aufblühen und uns wohlfühlen.

 

 

Übung:

 

Um dein Sinngefühl zu steigern, kannst du aktiv anderen Menschen etwas Gutes tun oder Geben. Nimm dir kurz Zeit und überlege, was kannst du heute jemand anderes Gutes tun? Deinem Partner den Kaffee ans Bett bringen? Deinen Freunden beim Umzug helfen? Egal was es für dich ist, wenn du mehr davon in dein Leben einbaust wirst du dein Sinnerleben steigern und damit langfristig dein Wohlbefinden im Leben.

 

 

A – Accomplishment – Zielerfüllung

 

Wenn wir Ziele erreichen, dann erleben wir positive Emotionen und auch Sinn. Damit würde es heissen, diese Dimension ist ja eigentlich schon in den anderen enthalten. Man sagt aber, dass wir Menschen Ziele erreichen, nur um sie zu erreichen, ohne das Sinngefühl oder positive Emotionen. Dabei geht es oft darum, seine eigenen Kompetenzen zu bestätigen. Dies sieht man schon bei Kindern, die Dinge gerne alleine machen wollen um sich selbst zu beweisen, dass sie etwas können. Das ist für uns Menschen wichtig. Und erreicht man diese Ziele, fühlt man sich langfristig wohler im Leben. Es ist aber wichtig zwischen Zielen zu unterscheiden, die uns wirklich glücklich machen und andere, die das nicht tun. 

 

 

Ziele, die langfristig glücklich machen: Einsatz, Leistung, Beitrag

 

Ziele, die langfristig weniger glücklich machen: Wohlstand, soziale Anerkennung, Macht und Einfluss, Unabhängigkeit, äußerliche Attraktivität

 

Ausserdem kann man zwischen Hinzu und Hinweg Zielen unterscheiden: Ein Hinzu Ziel ist z.B. Ich will gesünder sein. Ein Hinweg Ziel wäre: Ich will nicht mehr krank sein. Es wurde erforscht, dass Hinzu Ziele signifikant mit höherem Wohlbefinden einhergehen. Man erreicht diese Ziele auch leichter, da im Gehirn ein sog. Annäherungsmodus aktiviert wird, der uns bei der Zielerreichung unterstützt. 

 

 

Übung:

 

Lass uns gemeinsam ein wirksames Ziel für dich erstellen:

 

1. Es muss positiv formuliert sein, also ein Hinzu Ziel und kein Hinweg Ziel

 

2. Mache dir Gedanken ob es zu deinen Werten und auch in den Leben passt, also überlege was genau passiert wenn du dieses Ziel erreichst. Z.B. Mehr Sport machen – hast du dafür wirklich Zeit?

 

3.     Verbinde Schmerz mit dem Nicht-Erreichen des Ziels und Glück mit dem Erreichen: was kann alles Schlimmes passieren, wenn du dein Ziel nicht erreichst? Und was wird alles positives passieren, wenn du es erreichst?

 

4. Verankere dieses Ziel so gut du kannst und mit so vielen Sinnen wie möglich: Schliesse die Augen und stell dir vor du hast dein Ziel erreicht, Wie fühlst du dich? Was siehst du? Riechst oder schmeckst du etwas? Hörst du ein Geräusch?

 

 

 

So, damit haben wir das PERMA Modell des Wohlbefindens und Aufblühens im Leben komplett angesehen. Ich hoffe du ziehst dir die eine oder andere Inspiration hier raus um auch mehr Wohlbefinden in deinem Leben zu spüren.

 

 

 

Alles Liebe - Deine Kristina

 

 

 

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