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Die Wissenschaft vom Glück - Einführung in die Positive Psychologie

Positive Psychologie könnte man auch „Die Wissenschaft vom Glück“ nennen. Oder die „Wissenschaft vom gelingenden und erfüllten Leben“ (Daniela Blickhan).  Die positive Psychologie versucht zu erforschen, was uns im Leben zufriedener macht. Klingt das nicht wunderbar und sollte das nicht der Hauptgedanke einer jeden Wissenschaft sein? Im heutigen Podcast möchte ich dir gerne eine kleine Einführung in die positive Psychologie geben, dir erklären was sie genau erforscht und welche Fragen sie beantwortet.

Viel Spass damit :)

 

Link zur Folge:

 

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Viele Jahre hat sich die Psychologie nur mit den negativen Seiten des menschlichen Wesens befasst und vor allem mit unseren Krankheiten. Martin Seligmann, der als einer der Begründer der positiven Psychologie gilt, hat in den 80er Jahren, nach einiger Zeit der Forschung an „normaler“ Psychologie gedacht : „Wieso erforschen wir nicht mal wie man Menschen glücklicher macht anstatt zu schauen, wie psychisch kranke wieder normal werden?" Schliesslich sagt auch die WHO(1): Gesundheit ist vollständiges physisches, geistiges und soziales Wohlbefinden. Und eben nicht nur die Abwesenheit von Krankheiten. Ich finde den Ansatz und das Forschungsgebiet der positiven Psychologie super und seitdem ich während meines Psychologiestudiums das erste Mal davon gehört habe war ich hin und weg. Sicher muss man sich auch mit der Heilung von geistigen Krankheiten beschäftigen, aber wenn es die Psychologie als Wissenschaft gibt, dann finde ich sollte man zumindest zudem noch erforschen, wie man Menschen zufriedener machen kann. 

 

 

 

Mythen über die positive Psychologie:

 

1. Die positive Psychologie erforscht nur das Glück

 

Zuerst möchte ich aber noch ein paar Dinge klar stellen, die oft missverstanden werden. Zum einen ist eigentlich die erste Aussage oben „Wissenschaft vom Glück“ nicht komplett richtig. Man spricht zwar immer vom Glück, aber Glück ist einfach nicht richtig messbar. Glück ist oft eine subjektive Einschätzung. Man kann eine Person fragen: Bist du glücklich? Und dann wird sie wohl Ja oder Nein sagen, je nachdem welche Emotionen gerade vorherrschen. Es ist also sehr subjektiv und auch sehr schwankend, was es nicht gerade zum super Forschungsobjekt macht, denn wie soll man das denn wissenschaftlich messen?

 

Früher hat man in der positiven Psychologie aber oft von Glück gesprochen und darüber geforscht und geschrieben, was Menschen glücklicher macht. Das Problem ist aber, dass es Menschen gibt, die eine sogenannte hohe Affektivität zeigen, das bedeutet sie leben Gefühle und Emotionen sehr intensiv. Sind sie glücklich, spüren sie das förmlich im Körper und viele Glückshormone werden freigesetzt. Andere haben eine niedrige Affektivität und leben Emotionen nicht sehr stark. Das heisst, auch wenn sie zufrieden sind und alles super läuft, spüren sie nicht so sehr das typische Glücksgefühl, wie hoch affektive Menschen. Das ist ganz normal und ist eben so. Zum Beispiel spüren Introvertierte weniger freudige Stimmungen als Extrovertierte. Sie sind deswegen aber nicht allgemein unglücklich. Man kann aber eben nicht sagen, dass diese Menschen weniger „glücklich“ sind oder weniger „zufrieden“. Deswegen hat sich die positive Psychologie entschieden, von Wohlbefinden anstatt von Glück zu sprechen.

 

 

 

2. Die positive Psychologie beschäftigt sich nur mit positiven Dingen und ignoriert das „Negative“ im Leben.

 

Die positive Psychologie wird zudem oft darin kritisiert, sich nur mit positiven Emotionen oder Dingen zu beschäftigen. Das trifft aber nicht zu, denn das Negative im Leben oder negative Emotionen werden nicht ignoriert. Sie beschäftigt sich auch ganz stark mit dem Umgang mit negativen Emotionen, zum Beispiel im Thema Resilienz, was erklärt wie lange man braucht um sich von negativen Ereignissen oder Emotionen zu erholen. Und sie hebt klar auch die Wichtigkeit von allen Facetten des Gefühlsspektrums vor, das den Menschen zu Wachstum und Erblühen hilft.

 

 

Ziele der positiven Psychologie

 

Wieso möchte die Wissenschaft nun dass wir glücklicher werden? (Ich verwende hier fortgehend glücklich im Sinne von ganzheitlich zufrieden, nicht nur momentan „happy“). Es wurden zahlreiche positive Auswirkungen von Glück auf unser Leben gefunden, so gibt es beispielsweise einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit und Lebensdauer. Man hat mehr Erfolg im Beruf, bessere Beziehungen und viele positive Eigenschaften wie Kreativität, Grosszügigkeit, Flexibilität etc. Zu all diesen Merkmalen wurden Zusammenhänge oder sog. Korrelationen gefunden. Das wollen wir doch alle oder?

 

 

 

Inhalt der positiven Psychologie

 

Zentral beschäftigt sich die positive Psychologie mit folgenden Fragen:

 

Wie kann man Glück definieren und messen?

Wie lässt sich subjektives Wohlbefinden steigern? 

Warum sind manche Menschen oder Gruppen glücklicher als andere?

Diese Fragen werden wissenschaftlich untersucht und daraus dann psychologische Interventionen abgeleitet, die wissenschaftlich belegte Auswirkungen haben. Mithilfe dieser Übungen werden neue Denk & Verhaltensmuster erlernt, um mehr Zufriedenheit im Leben zu erreichen.

 

 

 

Was umfasst alles Glück?

 

Es wird zwischen 2 Arten von Glück unterschieden:

 

1. Hedonisches Glück ist was man so alltagstypisch unter Glück versteht. Es geht darum vorwiegend positive Emotionen zu spüren und keinen Schmerz oder negative Emotionen zu empfinden. 

 

2. Eudaimonisches Wohlbefinden ist umfassender und es geht eher um den allgemeinen Inhalt des Lebens und damit zusammenhängende Zustände wie die Gesundheit aber auch den Sinn, den man im Leben spürt. 

 

 

 

Laut der positiven Psychologie braucht man beide Arten von Glück, um mit seinem Leben zufrieden zu sein und Wohlbefinden zu spüren oder zu entwickeln.

 

 

 

Ist Glück genetisch vorbestimmt?

 

Teilweise ja.  Forscher haben ein sogenannten Glücksgen gefunden, das nennt sich 5-HTTLPR. Die besonders glücklichen Menschen scheinen alle dieses Gen zu haben, sie fühlen sich zumindest subjektiv glücklicher. Besonders häufig kommt es in Skandinavien vor es ist aber auch in Schokolade und Kakao aufzufinden. Also entweder nach Skandinavien auswandern oder viel Schoki essen :)

 

Wenn du jetzt meinst, na toll, dann kann ich ja gar nichts machen um glücklicher zu werden, dann hast du Unrecht. Heute weiss man laut der Epigenetik, dass unsere Gene alleine nicht unser Wesen vorherbestimmen. Klar hat jeder eine bestimmte DNA, die nicht verändert werden kann, aber es liegt an unseren Erfahrungen und uns selbst, wie diese DNA sich auswirkt. So gibt es kleine Marker, die unsere Gene aktivieren und deaktivieren können, und diese sind im Laufe des Lebens veränderbar. All dies wurde zum Beispiel im Rahmen der Zwillingsforschung herausgefunden und erklärt, wieso Zwillinge mit den selben Genen trotzdem andere Charaktere haben und auch unterschiedlich glücklich sein können im Leben. Es liegt also zum einen an unseren bisherigen Erfahrungen, welche Gene an oder aus sind, wir können aber in die Zukunft schauend aktiv daran arbeiten und dies beeinflussen. Und hier kommen die Interventionen der positiven Psychologie ins Spiel. 

 

 

 

PERMA

 

Für was steht PERMA? PERMA sind 5 Faktoren, anhand deren Martin Seligman heute das Wohlbefinden „Flourishing“ = Aufblühen bestimmt. Es ist eines der vielen Modelle und Theorien, das im Rahmen der Forschungen der positiven Psychologie entstanden ist. Diese 5 Faktoren beeinflussen laut Seligmann, wie sehr jemand aufblüht oder sich allgemein wohlfühlt.

 

Wieso misst man nicht einfach das Wohlbefinden als sich? Es gibt einfach verschiedene Teile, die das „Konstrukt“ Wohlbefinden beschreiben und somit misst man diese einzeln. Man kann Menschen nicht einfach fragen: Wie zufrieden bist du? Denn das ist viel zu abhängig von der aktuellen Situation.

 

 

P- positive Gefühle

 

E- Engagement

 

R- Beziehungen (Relations)

 

M- Sinn (Meaning )

 

A – Zielerreichung (Accomplishment)

 

 

 

Spannend ist, dass früher nur 3 dieser Faktoren existierten, sie wurden aber im Laufe der Zeit um 2 erweitert. Zunächst hiess es, Wohlbefinden sei durch P, E & M zu beschreiben, positive Gefühle, Engagement und Sinn. Danach kamen dann Beziehungen und Zielerreichung dazu. Auf diese einzelnen Faktoren werde ich in den nächsten Artikeln eingehen. 

 

 

 

Stay tuned - deine Kristina

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(1) https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19460131/201405080000/0.810.1.pdf

 

Blickhan, D. (2015). Positive Psychologie: Ein Handbuch für die Praxis. Junfermann Verlag GmbH.

 

Seligman, M. E. P. (2013). Flourish: A visionary new understanding of happiness and well-being.

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Kristina von Fuchs

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