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Ayurveda Basics

Nach meinem letzten Post über Traditionelle Chinesische Medizin und Ernährung nach den 5 Elementen möchte ich dir heute gerne über meine Erfahrungen mit Ayurveda erzählen.

 

Ayurveda - was ist das eigentlich?

 

Letztens hat mich jemand gefragt: "das ist doch diese grüne Pflanze oder?" - nein das ist Aloe Vera :)

 

Oft höre ich auch: "das ist doch so Wellness" - hm nicht so ganz.

 

Ich denke fast jeder von uns hat das Wort schon mal gehört, oft wird es tatsächlich mit Wellness in Verbindung gebracht, da damit viel geworben wird. Ursprünglich handelt es sich hier aber wie bei TCM (traditionelle chinesische Medizin) um eine uralte Heilkunde. Kommt TCM aus China und gibt es schon seit mehr als 2000 Jahren, so stammt Ayurveda aus Indien und man spricht davon, dass es sich ca. 500 vor Christus als Heilkunde entwickelt hat. Beide existieren also schon seit einer geraumen Zeit, lange vor unserer westlichen Medizin. Ich finde es faszinierend, was die Menschen schon vor so vielen Jahren entdeckt haben und wie das ganze überliefert wurde. Zu uns in den Westen kam Ayurveda und TCM erst in den 90er Jahren, also ca. 2000 Jahre nach deren Ursprung und erst vor sehr sehr kurzer Zeit. Spannend ist aber auch, dass viele Konzepte in beiden Lehren sich ähneln, das zeigt doch, dass da irgendwas dran sein muss, oder?

 

Was bedeutet nun Ayurveda? Ayurveda heisst "die Wissenschaft des Lebens". Es geht hier auch nicht nur um die Heilkunde sondern um, wie der Name sagt, die Wissenschaft des Lebens im allgemeinen Sinne, um die Kunst des Lebens im Einklang mit der Natur. Es wird beschrieben, was das Leben ist und was man tun sollte, um ein gutes Leben zu führen. Auch hier ist es ein ganzheitlicher Ansatz, es geht um Ernährung, Bewegung, über Heilkunde bis hin zu Architektur und Meditation. Alle Aspekte des Lebens werden behandelt. Ayurveda ist wahnsinnig umfangreich und ich habe bisher nur einen kleinen Teil kennenlernen dürfen. Das ganze Konzept resoniert aber einfach mit mir und ich fühle mich davon angezogen. Ich werde sicher noch viel weiter in das Thema einsteigen und euch an meinem Wissen teilhaben lassen. Nun aber mal zu den basics.

 

 

 

Die 3 Doshas

 

Wie im TCM gibt es verschieden Typen von Menschen. Im Ayurveda wird zwischen 3 Haupttypen unterschieden, den 3 Doshas. Man ist aber nicht immer nur ein Typ, es kann auch Mischtypen geben. Das ganze lässt etwas mehr Individualität zu als im TCM. Harmonie und Gesundheit besteht, wenn die 3 Doshas ausgeglichen sind. Da wir immer eines oder mehrere vorherrschend haben, sollte man mit seiner Nahrung und seiner Lebensweise versuchen, dies auszugleichen. Die 3 Typen sind Kapha, Vata & Pitta.

 

 

Vata: Prinzip der Luft, Bewegung

 

Vata Typen: leichter, flexibler Körper, zierlich, kalte Hände, eher raue Haut und Haare, oft besorgt und unsicher, redet schnell, liebt das reisen, träumt viel, neigt zu Verstopfung, klarer heller Geist aber vergisst schnell wieder

 

Pitta: Prinzip des Feuers, der Verdauung, Stoffwechsel

 

Pitta Typen: leichte bis mittlere Statur, gute Verdauung, höhere Körpertemperatur, eher ölige Haut und Haare, neigt zu Übersäuerung, leicht reizbar

 

Kapha: Prinzip des Wassers, Energie der Befruchtung und der Struktur.

 

Kapha Typen: festere Statur, schwere Knochen, tiefe Stimme, eher langsamer in Bewegung und Sprache, gemütlich und teils faul, kommt schwer aus dem Bett, liebevoll und mitfühlend, bodenständig

Du findest online viele Tests um deinen Typen zu bestimmten aber am Besten und Sichersten ist es bei einem Ayurveda Arzt.

 

https://www.euroved.com/ayurveda/test/

 

 

 

Die 5 Elemente

 

Genau wie im TCM geht es viel um die 5 Elemente. Alles ist aus den 5 Elementen gebaut, so auch unser Körper. Es geht aber noch weiter als im TCM, die Elemente sind nicht nur Organen zugeordnet sondern unserem ganzen Körper und unserem Geist.

 

 

 

1.Raum

 

Der Raum ist alles leere, helle, subtile und Ursprung von allem. In unserem Körper findet man Raum im Mund & Nase, Magen & Darm, Lunge und Bauchraum. Er steht für Freiheit und Frieden, Liebe und Bewusstsein.

 

2. Luft

 

Nach Raum entsteht laut Ayurveda Luft, sie ist leicht, trocken, klar, beweglich. Daher findet sie sich in den Muskeln, im Schlag des Herzens und in der Ausweitung der Lunge, alles bewegliche also. Luft steht für Glück, Frische und Freude. 

 

3. Feuer

 

Das 3. Element ist Feuer, es ist heiss, scharf, trocken. In unserem Körper gibt es zum einen das Verdauungsfeuer und den Solarplexus, der unsere Körpertemperatur reguliert. Es steht für Intelligenz, Aufmerksamkeit und Erkenntnis.

 

4. Wasser

 

Wasser fliesst, ist weich und schwer, dicht. All unsere Körperflüssigkeiten werden damit assoziiert, das Blut, der Schweiss oder Urin. Es ist wichtig für unsere Zufriedenheit, Liebe und Mitgefühl.

 

5. Erde

 

Das letzte Element ist Erde. Sie ist fest, hart, dicht, gibt Struktur und findet sich in allen festen Bestandteilen des Körpers: den Knochen, Zähnen, Haut, Haare. Sie erdet uns, lässt uns vergeben und wachsen. 

 

 

 

Agni und Prana

 

Agni ist unser Verdauungsfeuer. Es sorgt für Gesundheit und langes Leben bei uns und wenn es nicht richtig brennt, dann werden wir krank. Prana ist unsere Lebensenergie, sozusagen das Qi im TCM. 

 

 

 

Die Jahreszeiten

 

Ayurveda ist sehr mit der Natur verbunden. Somit haben die Jahreszeiten einen grossen Einfluss auf uns. Es wird jeder Jahreszeit auch ein Dosha zugeordnet, das vorherrscht:

 

Winter wird mit Kapha assoziiert - dunkel, schwer und feucht

Frühling anfangs noch mit Kapha und geht dann zu Pitta über - warm, hell 

Im Sommer herrscht dann nur Pitta vor

Und im Herbst Vata - kühl und trocken

 

 

Was bedeutet das für uns konkret? Nehmen wir mal den Winter. Im Winter herrscht Kapha vor, das Dosha wird noch verstärkt. Das heisst, wenn wir sowieso ein Kapha vorherrschendes Dosha haben, müssen wir hier ganz stark aufpassen um es gut auszugleichen. Aber auch Menschen, bei denen Kapha weniger vorherrscht, müssen das im Winter ausgleichen. Im Herbst sollte man sein Vata ausgleichen, man sollte sich gut wärmen, eher warme Speisen zu sich nehmen und auf genug Flüssigkeit achten. 

 

 

 

Tagesrhytmus

 

Auch unsere Tageszeiten sind nach den 3 Doshas eingeteilt:

 

06.00 - 10.00   Kapha 

10.00 - 14.00   Pitta

14.00 - 18.00   Vata

18.00 - 22.00   Kapha

22.00 - 02.00    Pitta

02.00 - 06.00    Vata

 

 

Was können wir daraus lernen?

 

1. Man sollte am besten vor 6 Uhr aufstehen, da Vata vorherrscht und wir besser aus dem Bett kommen. Um 6 Uhr wird Kapha das vorherrschende Dosha, das uns träge und müde macht, wenn wir danach erst aufstehen. 

 

2. Mittags wäre es am Besten, die grösste Mahlzeit zu sich zu nehmen, da dies die Pitta Zeit ist, und unser Verdauungsfeuer am Grössten ist. 

 

3. Gegen 18 Uhr sollten wir zu Abend essen, am Besten solange die Sonne noch scheint. Es sollte aber nicht mehr zu schwer sein, da unser Verdauungsfeuer nicht mehr so gross ist und einige Zeit braucht um das Essen vor dem Schlafengehen zu verdauen.  

 

 

 

Die 6 Geschmacksrichtungen

 

Auch im Ayurveda gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen, wie im TCM. Süss, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend. Die Empfehlung ist es, in jeder Mahlzeit alle Geschmacksrichtungen zu vereinen. Aber auch, die Geschmacksrichtungen zu essen, die sein Dosha am besten ausgleichen. Welche Geschmacksrichtungen verstärken nun welches Dosha?

 

 

 

Süss:     Verstärkt Kapha, senkt Vata & Pitta

Sauer:   Verstärkt Kapha, Pitta und senkt Vata

Salzig:   Verstärkt Kapha, Pitta und senkt Vata

Scharf:   Verstärkt Vata, Pitta und senkt Kapha

Bitter:    Verstärkt Vata, senkt Pitta und Kapha

Zusammenziehend:   Verstärkt Vata, senkt Pitta und Kapha

 

 

Allgemeine Regeln und Tipps zum Essen

 

1. Man sollte immer Nahrungsmittel wählen, die zur eigenen Konstitution und zur Jahreszeit passen. Es gibt Listen, welcher Typ welche Nahrungsmittel zu sich nehmen soll. Du findest sie in Büchern oder auch im Internet. Wichtig ist aber nochmal die richtige Bestimmung seines Dosha Typs vorab.

 

2. Frische, regionale Produkte sind zu bevorzugen. Ernährung nach Ayurveda heisst also nicht immer exotisches Essen sondern kann genauso gut mit unseren westlichen Lebensmitteln gelebt werden. 

 

3. Achtsamkeit ist hier auch wieder der Grundsatz. Achtsamkeit im Leben durch Meditation und Zeit für sich aber auch beim Essen und trinken. Man sollte nur essen, wenn man hungrig ist und nur trinken wenn man Durst hat. Man hört auf zu essen, wenn man anfängt sich satt zu fühlen und isst nicht zu viel. Schon bei der Zubereitung geht es um Achtsamkeit und Liebe, die Energie des Koches soll sich auf das Essen übertragen und auch die Atmosphäre, in der man das Essen zu sich nimmt ist entscheidend, damit die richtige Energie in unseren Körper übergeht. 

 

 

Grundsätzlich zu vermeiden:

 

  • Milch & Joghurt mit: Bananen, saurem Obst, Fisch , Eiern (lustigerweise genau wie im TCM!?)
  • Mais mit Datteln, Rosinen und Bananen
  • Honig mit Ghee (geklärte Butter) oder Getreide 

 

Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben. Schon so vieles, was ich gelesen habe, schon so vieles, was ich selbst versucht habe. Ayurveda ist wirklich eine Wissenschaft und wer sich dafür interessiert, dem hänge ich unten noch ein paar Links an. Mich hat es auf jeden Fall fasziniert und begeistert und ich habe damit wieder etwas gefunden, das mich auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit unterstützt.

 

Ende März werde ich eine Woche auf eine Ayurveda Kur gehen und berichte dir danach gerne, was ich dabei erlebt habe!

 

Bis dahin, Namasté und enjoy - deine Kristina

KONTAKT

Kristina von Fuchs

Tel. +41 78 898 2954

info@kristinavonfuchs.com

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