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Mythos Milch - gesund oder ungesund? Facts und Figures rund um das Thema Milch

 

Heute möchte ich gerne etwas ausführlicher über das Thema Milch sprechen, ein sehr umstrittenes Thema. Die eine sagen wir brauchen Milch für die Kalzium Zufuhr, für gesunde Knochen und gegen Osteoporose, die anderen sagen Milch mache uns krank. Abschließend gibt es nicht die EINE richtige Meinung sondern jeder muss es für sich selbst entscheiden und vor allem spüren, was ihm gut tut. Ich möchte dir die Argumente beider Seiten erläutern und danach kannst du für dich überlegen, ob du gerne Milch zu dir nehmen möchtest oder nicht. 

 

Wieso schreibe ich heute diesen Artikel? Ich habe heute Milch getrunken und habe nun Bauchschmerzen. Bin ich Laktose intolerant? Eigentlich war ich das nicht. Ich habe mein Leben lang Milch getrunken und esse Käse. Vor allem seit dem Jugendalter habe ich literweise Cappuccinos in mich hineingeschüttet aber nie davon Bauchschmerzen gehabt. Nun trinke ich seit vielen Monaten keine Milch mehr. Wenn es mal den Cappuccino gibt, dann mit Milchersatzprodukten. Das aus verschiedenen Gründen, vor allem ethischen, die ich später unten erläutere. Heute hatten wir Milch zu Hause und meine Hafermilch war leer. Ich hab mir also gedacht, komm, es ist Sonntag, da geht schon ein Cappuccino mit Kuhmilch. Und jetzt liege ich da mit Bauchschmerzen. Eigentlich nicht verwunderlich, denn ich habe schon beim Trinken gespürt, dass es mir nicht gut tut. Mein Körper hat verlernt, Milch zu verdauen. Das hat mich doch zum Nachdenken angeregt und deshalb schreibe ich heute diesen Artikel für dich, damit du alle Infos zum Thema Milch erhältst.

 

 

Ausgangslage und Fakten

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollen wir täglich Milchprodukte zu uns nehmen. 200 – 250 Gramm Milch oder Joghurt plus 50 – 60 Gramm Käse. Also 1 Glas Milch und 2 Scheiben Käse so ungefähr. 

 

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

 

Inhaltsstoffe der Milch:

 

100 ml Kuhmilch enthalten ca.

  • 3.3 g Eiweiss
  • 3.6 g Fett
  • 4.7 g Kohlenhydrate
  • 120 mg Kalzium
  • Kalium, Phosphor, Magnesium, Natrium
  • Vitamin A & E
  • Spuren von Vitamin B1, B2, B6, B12 
  • Folsäure, Niacin und Betacarotin

Ziemlich viele gesunde Sachen also, oder?

 

 

Wieviel Milch trinken wir denn so?

Schweiz und Deutschland ist in den vordersten Rängen des Milchkonsums weltweit, Deutschland mit ca. 50 kg / Kopf jährlichem Frischmilchverbauch, in der Schweiz waren es in 2011 sogar über 80 kg.

 

 

Was ist eine Milchunverträglichkeit?

Ca. 15 % der deutschsprachigen europäischen Bevölkerung leidet an Laktose Intoleranz. Dabei fehlt einem das Enzym Laktase (oder man hat nicht genug davon), das hilft, den Milchzucker richtig zu verwerten. Es kommt zu Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. 

Interessanterweise haben Menschen zum Beispiel in Japan und China grösstenteils dieses Enzym gar nicht und ernähren sich daher auch nicht von Milchprodukten. Es heisst, früher hatten wir Menschen dies alle nicht über das Säuglingsalter hinaus gehabt und haben es uns quasi erst antrainiert Milch zu trinken und somit hat unser Körper dann begonnen dieses Enzym zu produzieren. 

 

 

Warum soll Milch denn nun schlecht sein?

 

1. Milch ist kein Naturprodukt mehr

Seit den 60er Jahren wird Milch industriell gefertigt. Die Milch wird mit Wärme behandelt und homogenisiert damit sie haltbarer wird. Zudem werden Milchkühe in Massen gehalten um unseren Milchkonsum zu befriedigen. Das heisst, es steht nicht die glückliche Kuh draussen auf der Weide und wenn sie schwanger wird dann gibt sie uns eben mal Milch, so wie man sich das romatischerweise vorstellt. Und somit ist sie auch kein Naturprodukt mehr, in den meisten Fällen. Ich spreche hier vom Grossteil der Milch, den wir im Supermarkt finden können. Damit kommen wir auch zum zweiten Punkt:

 

2. Tierschutz

Milchkühe leben im Endeffekt nur, um Milch zu geben. Dafür müssen sie natürlich schwanger sein. Dies wird am laufenden Band künstlich herbeigerufen durch uns Menschen (wer das mal sehen will kann nach Video suchen – kein schöner Anblick). Sobald das Kälbchen geboren wird, wird es der Mutter entrissen und sie wird wieder geschwängert. All dies oft auf engem Raum in einer unnatürlichen Umgebung. Bio Milch ist da natürlich etwas besser und hat strengere Vorschriften, aber es ändert nichts daran, dass die Kuh nur am Leben ist um schwanger zu sein und Milch zu geben. Es gibt hier auch wirklich sehr grosse unterschiede von Bio zu Bio. Demeter Milch beispielsweise hat einen ziemlich tierfreundlichen Umgang und lässt die Kühe auch mitsamt ihrer Hörner, was sonst nicht oft der Fall ist. Ganz klarer Fazit also, wenn Kuhmilch, bitte nicht die H-Milch aus dem Supermarkt die nur industriell gefertigt wurde.

 

Was dazu noch kommt, ist dass viele Kühe eher Hochleistungs-Milchproduzenten geworden sind als natürliche Tiere. Um die Milchproduktion zu erhöhen werden sie mit Soja Kraftfutter gemästet. Dies belastet wieder unsere Umwelt durch den Soja Anbau. Außerdem essen Kühe ja sonst Gras und haben somit gar nicht mehr ihre natürliche Ernährung, was sich auch in der Milchqualität zeigt. Und durch diese Höchstleistung kann es zum Beispiel zu Milchdrüsenentzündungen kommen, wofür die Kühe Antibiotika erhalten, die wir wiederum durch die Nahrung aufnehmen können.

 

 

3. Milch enthält Hormone und ist krebserregend

Es heisst, Milchkonsum steigere das Krebsrisiko für Prostatakrebs, Eierstock und Brustkrebs sowie Hodenkrebs. Es gibt Studien, die dies aufzeigen aber auch Gegner, die sagen es lasse sich kein klarer Zusammenhang zeigen. Gründe hierfür könnten die in der Milch enthaltenen Hormone sein. Milch enthält mehr Östrogene und Progesterone (Sexualhormone), als andere Lebensmittel. Zudem gibt es den IGF-1 – Insulin-like Growth Factor, der Zellwachstum anregt. Es heisst, da wir die Milch ja als Erwachsener nicht mehr für den körperlichen Wachstum brauchen, rege dieser Faktor dann den Wachstum von Krebszellen an, gerade im Bereich der Geschlechtsorgane. Ein weiterer Punkt ist hier der eventuelle Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt von uns Menschen. Es gibt auch hier Für und Wider. Ich denke einen grossen Unterschied macht wieder, ob es sich um eine naturbelassene Milch handelt oder ob die Kuh sogar noch künstlich Hormone erhält um mehr Milch zu geben. 

 

 

4. Kuh Milch ist nicht für den Menschen geeignet

Abgesehen von dem interessanten Fact oben, dass wir früher nicht mal Milch vertragen haben und ein grosser Teil der Bevölkerung dies immer noch nicht tut, gibt es Stimmen die sagen, Kuh Milch ist einfach nicht für uns Menschen gedacht. Was mir dabei einleuchtet ist, dass ein Rind einfach so viel grosser und schwerer ist als wir. Wobei ein Rind die Milch ja gar nicht trinkt, sondern nur das Kalb. Ein Rind ernährt sich von Gras und Wasser. Das Kalb kommt schon mit 35 – 40 kg auf die Welt und wird dann mit der Milch auf 150 kg gezogen. Und das ist ja denke ich nicht unser Normal oder Wunschgewicht? :) 

 

Wir Menschen beginnen unser Leben ja auch mit Muttermilch, diese ist jedoch sehr verschieden von der Kuhmilch: Muttermilch enthält nicht einmal halb so viel Eiweiss und nur ein Sechstel an Phosphorsäuren wie Kuhmilch. Tut uns Menschen Kuhmilch also wirklich gut oder ist es sogar zu viel der guten Inhaltsstoffe?

 

 

Was sagt eigentlich Ayurveda dazu?

Traditionell gibt es im Ayurveda in der Tat Milchprodukte, zum Beispiel die goldene Milch aber auch Joghurt wird empfohlen (bei manchen Konstitutionstypen, nicht bei viel Kapha!). Was aber spannend ist, es wird von kalter Milch abgeraten, diese soll verschleimen und Ama (Giftstoffe) bilden. Milch die erhitzt oder körperwarm ist, sei besser verträglich. Zudem werden noch Gewürze hinzugegeben, die die Milch besser verträglich machen (Kardamom und Zimt beispielsweise). Ganz wichtig hier aber auch zu erwähnen, ist, dass auch im Ayurveda von einer guten Qualität der Milch ausgegangen wird. Als Ayurveda entstand, war diese sicher auch noch mehr ein Naturprodukt als heute. 

 

 

Braucht man nun Milch für den Nährstoffgehalt?

"Eine gesunde ausgewogene Ernährung mit viel pflanzlichen Lebensmitteln, mit wenig oder gar keinen Milchprodukten, kann die Kalziumbilanz ebenso sichern", Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin am Else-Körner-Fresenius-Zentrum der Technischen Universität München. Man kann Kalzium auch durch Gemüse und Hülsenfrüchte zu sich nehmen, oder durch Milchersatzprodukte die oft noch zusätzlich Kalzium enthalten. Es gibt ja Länder die nie Milchprodukte zu sich nehmen und oft gesünder sind als wir. Ich denke man muss aber schon bewusst Acht geben, sich ausgewogen zu ernähren.

 

Welche Alternativen gibt es?

Die typischen Alternativen sind: Reismilch, Mandelmich, Hafermilch, Kokosmilch und Sojamilch. Was ich am besten noch für Kaffee empfehlen kann ist für mich Hafermilch. Mandelmilch eignet sich gut fürs Müsli oder auch zum Backen. Reismilch und Kokosmilch sind beide etwas süsslich, das muss man mögen. Und Sojamilch finde ich zwar im Kaffee auch lecker, kann aber Allergien auslösen und hier hat man wieder die Umwelt-Bedenken durch den Soja Anbau. Wobei man sagen muss der Grossteil des Soja Anbaus wird ja für Tierfutter verwendet und nicht für die Soja Milch und da wären wir dann bei einem ganz anderen Thema ☺

 

So, das waren nun alle Facts die mir zum Thema Milch eingefallen sind. Ich hoffe sie helfen dir etwas weiter in deiner Entscheidung. Falls du weitere Punkte oder Anregungen hast, schreibe mir gerne.

 

 

Be healthy, be happy & stay mindful – deine Kristina

 

 

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