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Wie entsteht Stress und was ist er?

 

"Die Ursache für Stress liegt in der Einstellung jedes Einzelnen" - Dalai Lama.

 

Jeder von uns kennt Stress. Manche spüren ihn täglich, manche eher selten. Aber wie entsteht Stress eigentlich? Was passiert dabei in unserem Körper?


Fangen wir mal an mit den Basics – wie entsteht Stress?

 

Zunächst braucht man etwas, das einen stresst, der sogenannte Stressor. Das kann vieles sein, ein Geräusch, etwas das man sieht, eine Situation, ein Mensch, eine Aussage etc.

 

Man unterscheidet  grob in folgende Stressoren:

 

  • äußere Umstände (Geräusche, Lärm)
  • negative Gefühle (Angst)
  • Worte einer Person (Kritik oder Vorwürfe)
  • unsere Gedanken (Sorgen)
  • Wahrnehmungen (einer schlimmen Situation, z.B. bei ein Horrofilm)
  • Erinnerungen (an belastende Erlebnisse)

     

Daraufhin reagieren wir

 

Auf diesen Stressor reagiert man dann. Wichtig ist hier natürlich die eigene Bewertung des Stressors, denn für den einen mag ein Geräusch Stress auslösen, für den anderen nicht. Dies sind meist automatisierte Vorgänge, es werden bestimmte „Schaltungen“ in unserem Gehirn aktiviert, die uns automatisch stressen lassen.

 

Wir nehmen ein Beispiel, um das Ganze veranschaulichen.

  

Äusserer Umstand:

Wir sind auf dem Weg zum Bahnhof und merken, dass ein Zug in 2 Minuten abfährt. Das ist der Zug der uns rechtzeitig in die Arbeit bringt. Wir sind aber noch etwas entfernt vom Bahnhof. 

 

Bewertung:

Wir bewerten basierend auf unserer Erfahrung, dass die Distanz die wir gerade zum Bahnhof haben recht gross ist, grösser als man normalerweise in 2 Minuten zurücklegen kann. Zudem mögen wir es nicht, zu spät zu kommen (unser mentales Muster)

 

Reaktion: Stress

 

Würde eine andere Person in dieser Situation sein, die entweder die Distanz nicht kennt oder auch kein Problem mit dem zu spät kommen hat, würde die andere Person die Situation anders bewerten und keinen Stress empfinden. Das zeigt, wie subjektiv Stress eigentlich ist.

 

wie reagieren wir?

 

Gedanken / Gefühle:  Unsere Gedanken und Gefühle reagieren auf die Situation: Man denkt sich z.B. "Oh nein, das schaffe ich nie." Oder: "Ich muss mich jetzt total beeilen!" Das Gefühl dabei ist Angst, den Zug nicht zu erreichen

 

Körper: Der Körper schüttet vermehrt 3 Hormone aus bei Stress: Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol

Damit schaltet er auf den "Stressmetabolismus" um: es wird der Blutdruck & Puls ansteigen, Muskeln spannen sich an, Atem wird schneller, Immunsystem und Verdauung fahren runter, damit wir alle Kraft haben um nun schneller zu laufen.

 

 

Verhalten: Final passt man sein Verhalten an, um auf die Situation zu reagieren (z.B. schneller laufen) 

 

Akuter vs. chronischer stress

 

1. Akuter Stress:

Akuter Stress ist vollkommen normal.  Unsere Stressreaktion ist für unser Überleben gedacht. Vor vielen tausend Jahren, als wir noch in der Wildnis lebten, musste unser Körper auf extreme Gefahrensituationen (z.B. Angriff Bär) super schnell und effizient reagieren. Unser Körper ist in so einer Stresssituation sehr reaktionsbereit und kann zum Beispiel schnell davonlaufen, wenn das nötig ist (Fight, Flight, Freeze Reaktion)

 

Vorhin habe ich erwähnt, dass bei einer Stressreaktion vermehrt Cortisol ausgeschüttet wird. Das ist auch ok so, vor allem im Hinblick auf unsere Situationen als Höhlenmenschen. Das Cortisol konnte in diesem Fall gut wieder abgebaut werden, weil wir schnell davon gelaufen sind vor dem Bär. In unserem obigen Beispiel wäre das auch der Fall, wenn wir vor lauter Stress schnell zum Bahnhof laufen. Das Cortisol hat uns dabei geholfen schnell zu rennen und wir können es wieder abbauen. Das ist akuter Stress, der ab uns zu passiert, uns aber nicht dauerhaft schadet, wenn er nicht ständig eintritt. Unser Körper findet also nach der Situation schnell wieder in seinen Normalzustand zurück

 

 

2. Chronischer Stress

Chronischer Stress ist dauerhafter Stress, Stress, den wir nicht wieder abbauen. Heute gibt es nicht oft den Bär, vor dem wir weglaufen müssen sondern unsere Bären sind Zeitdruck, Erfolgsdruck, Perfektionismus etc.

 

 

Erleben wir oft Stress, kommt unser Körper nicht wieder zurück in den Normalzustand und ein dauerhaft "angespannter" Zustand ist die Folge.

 

Was passiert dabei im körper?

 

1. Cortisol

Zum einen steigt ja wie oben beschrieben das Cortisol level. An sich ist Cortisol kein „schlechtes“ Hormon, jeder hat es. Gerade am Morgen hilft es uns, aus dem Bett zu kommen. Es sollte aber im Laufe des Tages wieder abgebaut werden, damit wir am Abend genug Melatonin, das Schlafhormon produzieren können. Wird es nicht abgebaut, können wir auch nicht genug Melatonin herstellen, denn Cortisol unterdrückt die Entstehung von Melatonin.

 

2. Blutzucker & Fett 

Blutzucker & Fett wird freigesetzt bei Stress, damit wir Energie haben in unserer Notsituation. Diese Energie kann uns helfen, gegen den Bär zu kämpfen oder eben zu flüchten. Passiert das oft und langfristig, steigt das Diabetesrisiko und Herzinfarktrisiko, weil wir das Fett & den Zucker nicht wirklich verbrauchen. Sitzen wir in unserem Schreibtischstuhl und haben Stress, haben wir keinerlei körperliche Betätigung um beides wieder abzubauen.

 

3. Muskelanspannung

Durch eine häufige oder dauerhafte Anspannung unserer Muskeln (Vorbereitung zum Kampf oder Flucht) können diese nicht mehr entspannen. Die Folge sich Schmerzen, starke Verspannungen, Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfälle 

  

4. Immunsystem

 

In der Stresssituation wird das Immunsystem auf Überlebensmodus gestellt, es ist überaktiviert. Bei chronischem Stress kann es daher zu Entzündungen im Körper kommen.

 

Auswirkungen von chronischem Stress

 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Muskel-Beschwerden (z.b. Rückenschmerzen)
  • Erhöhte Anfälligkeit von Infekten
  • Erschöpfungs-Zustände und Burnout
  • Allergien (Asthma, Hauterkrankungen)
  • Psychische Erkrankungen 

Also, lieber mal den Stress abbauen oder dafür sorgen, dass er allgemein weniger im Leben auftaucht :) Wie geht das? Melde dich für ein Gespräch bei mir oder schau bei meinem Online Kurs StressLess vorbei.

 

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