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Der Zusammenhang von Stress und Darmgesundheit

Dass Stress uns auf den Magen schlägt ist weit bekannt. Doch weisst du, welche Auswirkungen Stress auf unseren Darm hat? Und auch umgekehrt, wie wichtig ein gesunder Darm für unser Stresserleben ist?

 

Da diese beiden Themen Hand in Hand gehen, sich gegenseitig beeinflussen und somit untrennbar sind, habe ich mich zu einem spannenden Gespräch mit Julia Gruber, Ernährungscoach und Darmglückexpertin getroffen und wir haben unsere Erfahrungen und Sichtweisen zu diesem Thema ausgetauscht. Herausgekommen ist ein wunderbares Gespräch im Podcast, das du dir zur Hälfte bei mir und zur Hälfte bei ihr anhören kannst.

 

Stress kommt nicht immer von viel zu tun

 

Viele Leute meinen, sie haben eigentlich keinen Stress. Sie merken es erst oft, wenn der Körper Signale schickt, dass der Stress viel zu viel geworden ist. Nicht nur, wenn du zu viel zu tun hast, eine "stressige Arbeit" hast oder eine lange To-Do Liste, muss es sein, dass du gestresst bist. Stress ist auch eine latente innere Anspannung, die durch emotionale Dysbalancen hervorgerufen werden, wie Selbstzweifel, Perfektionismus, eine Unzufriedenheit im Leben oder der Arbeit oder sogar eine Unterforderung in der Arbeit. Stress ist einfach nur die Reaktion im Körper, diese innere Anspannung. Ursachen dafür gibt es viele. Laut Studien der Harvard Universität sind wir Menschen 100-150 Mal am Tag gestresst. 

 

Was passiert bei stress in unserem Magen & Darm?

 

Wie Stress entsteht und was er ist, kannst du gerne hier nachlesen. Du weisst dann sicher schon, dass bei einer Stressreaktion in unserem Körper sogenannte Stresshormone freigesetzt werden, die unseren Körper in einen Alarmzustand setzen und uns auf einen Kampf oder auf Flucht vorbereiten. In diesem Moment wird viel Energie dafür mobilisiert und alles, was uns nicht hilfreich ist, auf Pause gesetzt. Die Verdauung spielt in so einem Moment keine wichtige Rolle und wird zweitrangig behandelt.

  • Die Nährstoffaufnahme im Darm wird gedrosselt
  • Der Magen produziert mehr Magensäure
  • Der Bewegungsapparat im Darm arbeitet nicht mehr einwandfrei und der Speisebrei wird zu schnell abtransportiert.

Für eine kurze Zeit kann unser Körper damit umgehen, wenn wir aber immer mit einer inneren Anspannung durchs Leben geben, kannst du dir vorstellen, dass dein Darm einfach nicht richtig arbeiten kann, was zu Verdauungsbeschwerden, Magenproblemen (Gastritis, Geschwüre), durchlässigen Darmwänden, einer ungesunden Darmflora und vielen weiteren Krankheiten führen kann, denn unsere Darmflora ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesundheit. Wenn diese nicht im Gleichgewicht ist, kann es auch zu Allergien, Hautproblemen und vielen weiteren Krankheiten führen. Auch Rückenschmerzen können Symptome sein, die durch eine ungesunde Darmflora ausgelöst werden, durch Blähungen und Entzündungen, die dann as Rückenschmerzen wahrgenommen werden.

 

Und wie hat der Darm einen einfluss auf den Stress

 

Durch Studien mit Mäusen hat man erkannt, dass das Mikrobiom (Darmbakterien) in unserem Darm massgeblich für unsere mentale Balance verantwortlich ist. Hierzu wurde das Mikrobiom von ängstlichen Mäusen in normale Mäuse eingepflanzt, was dazu führte, dass auch diese ängstlicher wurden. Andersherum haben die Darmbakterien normaler Mäuse das Stresslevel von ängstlichen Mäusen sinken lassen. 

 

Es heisst, der Grossteil unseren Glückshormones Serotonin wird im Darm gebildet, allein dies zeigt, wie stark unser Darm unsere Gefühlswelt beeinflusst. In stressigen Phasen, wenn die Bildung von Serotonin unterdrückt wird, weil andere Hormone (Stresshormone) benötigt werden, schlägt uns das stark auf das Gemüt.

 

Verbunden ist der Darm und das Gehirn über die Darm-Gehirn Achse und beeinflusst sich gegenseitig. Die Kommunikation verläuft hier hauptsächlich vom Darm zum Gehirn, aber auch umgekehrt. 

 

Das heisst, ein gesunder Darm, eine gesunde Darmflora, ist unglaublich wichtig für unsere mentale Balance.

 

Unsere top tipps gegen stress

 

Um die Darmflora gesund zu halten und somit von dieser Seite her Stress zu reduzieren, ist es wichtig, sich ausgewogen, gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Bei Julia findest du viele Tipps zu diesem Thema. 

 

Und andersherum, um mental den Stress zu reduzieren, kann man an zwei Punkten ansetzen:

 

1. Akute Hilfe in Stresssituationen

  • Jeder von uns reagiert anders aus Stress und auch in jeder Situation
  • Wichtig ist es, sich für seine individuelle Reaktion und Situation Strategien zu suchen, um in akuten Stresssituationen wieder zu entspannen und nicht dauerhaft gestresst zu bleiben
  • Typische Tipps sind atmen, die Situation verlassen, an etwas anderes denken oder sich bewegen

 

2. Dauerhafte Reduktion

  • Eine dauerhafte Stressreduktion geht nur durch die Veränderung unserer Bewertung von Stress, denn Stress ist individuell und resultiert aus unserer mentalen "Programmierung"
  • Durch Beobachtung können wir lernen, was uns stresst und welche Glaubensmuster dahinter liegen
  • Diese können wir durch Selbstreflexion, Coaching oder ähnliches angehen

(Mehr Tipps hierzu erhältst du im StressLess Online Kurs)

 

Hat dir das Gespräch gefallen? Schreib unser gerne dein Feedback hierzu und schau unbedingt mal bei Julia im Podcast vorbei.

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